Das Baudenkmal WORPSWEDER BAHNHOF
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FahrkartenschalterUm 1900 war eine Reise nach Worpswede noch beschwerlich. Auf den Sandwegen bahnten sich die Pferdewagen mühsam ihren Weg, und auf den Moorkanälen transportierten die Torfschiffe ihr Gut und Reisende aus Bremen. Eine Glasfabrik in der Nähe von Gnarrenburg benötigte dringend Transportmittel, um Rohstoffe heranzubringen und Produkte zu versenden. So mussten im Zuge der Industrialisierung andere Wege zum Transport schwerer Lasten gefunden werden. Eine Eisenbahn war die Lösung. Und so machten sich die Landräte für den Bau der Bahnstrecke Bremervörde - Osterholz-Scharmbeck stark. Als die Pläne zum Bau der Eisenbahnlinie aufkamen, befürchtete die Bevölkerung eine Zerstörung der bis dahin unberührten Natur und eine Zerteilung der Landschaft durch Brücken und Dämme, die für den Bau der Bahntrasse nötig waren. Andererseits versprach man sich eine bessere Anbindung an Bremen.

Symbiose aus Stilkunst und regionalen Elementen

Dienstraum Die Worpsweder Künstler waren besonders an einer landschaftsgerechten Gestaltung der Bahnhöfe interessiert und machten ihren Einfluss geltend. So erhielt der damals schon berühmte Jugendstilkünstler Heinrich Vogeler den Auftrag für mehrere Bahnhöfe an der Strecke. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Alfred Schulze entwarf Vogeler unter anderem den Worpsweder Bahnhof. Er ist der einzige Bahnhof an der Strecke, der sowohl in der Architektur als auch im Innenausbau die Zeit überdauert hat. Weihnachten 1910 wurde der von Vogeler besonders üppig ausgestattete Worpsweder Bahnhof feierlich eingeweiht.
Vogeler sah in der Präsentation von Gebäude und Innenausstattung in seinem selbst kreierten Jugendstil eine Symbiose aus Stilkunst und bäuerlichen Gestaltungselementen. Das Gebäude selbst und die komplette Inneneinrichtung, von den Möbeln bis zu den Wandgestaltungen, wurde speziell für den Bahnhof konzipiert. Sie begeistern die Gäste noch heute.

Ausflug mit dem Moorexpress

Das Streckennetz untersteht nicht der Bundesbahn, sondern gehört größtenteils dem Land Niedersachsen und den anliegenden Landkreisen. Durch die Gleisführung in Normalspur können auch Bundesbahnzüge die Strecke nutzen, ebenso können Züge der Kleinbahn in das Streckennetz der Bundesbahn überwechseln. Im Jahr 2000 wurde die alte "Moorexpress-Linie" wieder ins Leben gerufen. Der Moorexpress verkehrt in der Sommerzeit regelmäßig auf der Linie Bremen - Stade (nähere Informationen unter "Links"). Zudem steht der Zug für organisierte Sonderfahrten - natürlich auf Wunsch mit einem Stopp am Worpsweder Bahnhof - zur Verfügung.
Seit vielen Jahren ist der Worpsweder Bahnhof ein Anlaufspunkt für Einheimische, Reisende und Urlauber, die das gepflegte Ambiente und das abwechslungsreiche kulinarische Angebot schätzen.

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